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Groundhopping ist das Hobby, möglichst viele verschiedene Fußballstadien und Sportplätze zu besuchen und dort jeweils ein Spiel zu sehen. Der Begriff kommt aus England: „Ground“ steht für das Stadion, „hopping“ für das Springen von einem zum nächsten. Ein Groundhopper sammelt also Grounds – von der Weltmeisterschaft bis zum Dorfsportplatz in der Kreisliga.

Woher Groundhopping kommt

Das Hobby entstand in Großbritannien, wo Fans schon früh alle Stadien der vier Profiligen „abhakten“. Daraus hat sich eine Szene entwickelt, die heute in ganz Europa aktiv ist. In Deutschland gibt es Groundhopper, die Hunderte oder sogar Tausende Plätze besucht haben, oft dokumentiert in Listen, Blogs und Fanzines.

Die Regeln: Wann zählt ein Ground?

Feste Regeln gibt es nicht, aber verbreitete Konventionen:

  • Ein Ground zählt erst, wenn man dort ein komplettes Pflichtspiel gesehen hat.
  • Freundschaftsspiele zählen für viele nicht oder nur eingeschränkt.
  • Man muss im Stadion gewesen sein – vom Parkplatz zuschauen gilt nicht.
  • Manche zählen nur Spiele der ersten Mannschaft, andere jedes Spiel.
  • Einige Hopper sammeln zusätzlich Länder, Ligen oder Vereine.

Am Ende entscheidet jeder selbst, welche Regeln er für sich gelten lässt.

So planst du eine Groundhopping-Tour

  1. Spielpläne prüfen: Amateurligen spielen oft am Wochenende zu unterschiedlichen Zeiten. So lassen sich mehrere Spiele an einem Tag kombinieren – etwa Samstagmittag, Samstagnachmittag und Sonntag.
  2. Anstoßzeiten doppelt checken: Gerade im Amateurbereich werden Spiele kurzfristig verlegt oder abgesagt.
  3. Anreise planen: Viele Plätze liegen abseits. Bahn plus Fahrrad oder Fahrgemeinschaft funktionieren gut.
  4. Bargeld mitnehmen: Kassen und Imbissbuden im Amateurfußball nehmen oft keine Karten.
  5. Dokumentieren: Eintrittskarte, Foto vom Platz, Notizen zum Spiel.

Groundhopper-Apps und Datenbanken

Inzwischen gibt es mehrere Apps und Webseiten, in denen man besuchte Spiele und Stadien erfassen, Statistiken führen und sich mit anderen Hoppern vergleichen kann. Spielpläne und Ergebnisse für den deutschen Amateurfußball findet man bei den Landesverbänden und auf den großen Amateurfußball-Portalen. Für internationale Touren nutzen viele Hopper Länder-Datenbanken und die Spielpläne der nationalen Verbände.

Groundhopping in Deutschland

Deutschland ist ein Paradies für Groundhopper: In den fünf Regionalligen, vierzehn Oberligen und unzähligen Landes-, Bezirks- und Kreisligen gibt es Tausende Spielstätten. Besonders reizvoll sind alte Stadien mit Stehtraversen, Holztribünen oder ungewöhnlicher Lage. In Niedersachsen lohnt sich ein Blick auf die Oberliga Niedersachsen und die Landesligen.

Groundhopping im Ausland

Beliebte Ziele sind England mit seiner dichten Ligenstruktur, die Niederlande, Polen, Tschechien und Italien. Einen Einstieg mit Stadion-Tipps gibt der Beitrag Groundhopping in England.

Etikette für Groundhopper

  • Der Gastgeberverein und seine Fans verdienen Respekt – man ist Gast.
  • Keine Fanutensilien anderer Vereine tragen, die provozieren könnten.
  • Bratwurst und Bier vor Ort kaufen – das unterstützt die Vereine.
  • Fotos von Zuschauern nur mit Einverständnis.